Visit Homepage
Skip to content

Minimize Me #1: Einführung

vanessaprofil

Let's talk about Minimalism!

Hallo, der Mini­ma­lis­mus ist da! Was frü­her als eine unschein­bare und welt­fremde Rebel­lion ver­stan­den wurde, ist heute eine von tau­sen­den Men­schen geschätzte Gegen­be­we­gung zum alles ein­ver­neh­men­den Kapi­ta­lis­mus unse­rer heu­ti­gen Zeit: Vor dem vol­len Klei­der­schrank ste­hen und nichts zum anzie­hen haben, das Geld ist schon wie­der weg, obwohl es erst Mitte des Monats ist. Trotz­dem ist man am Wochen­ende ver­ab­re­det zum Shop­pen und ohne eine gefüllte Tüte nach Hause zu kom­men, ist keine Option. Go hard or go home!

Wo der Kon­sum ins Unend­li­che wach­sen soll, damit unsere Wirt­schaft flo­riert und uns Wohl­stand für Alle ver­spricht, fährt der Mini­ma­lis­mus eine ganz andere Schiene. Die Befür­wor­ter die­ses Lebens­stils erken­nen, dass unge­zü­gel­tes Wachs­tum mit begrenz­ten Res­sour­cen nicht mög­lich ist und dass der anstei­gende Kon­sum unsere Umwelt schä­digt. Oder aber haben sie keine Lust mehr, wahl­los ihr Geld zu ver­schwen­den, in Pro­dukte, die sie nicht brau­chen. Sie haben keine Lust mehr, sich unter Unmen­gen an Din­gen wie­der­zu­fin­den. Sie wün­schen sich mehr Zeit für sich, ihre Fami­lie und Freunde. Sie möch­ten sich nicht mehr von ihrem Besitz beherr­schen las­sen.

Es geht also im Mini­ma­lis­mus darum, nur das zu besit­zen, was man braucht und das einem Freude berei­tet. Es geht darum, Ver­hal­tens­wei­sen los­zu­las­sen, die schäd­lich sind und unnütz. Darum, nur Men­schen in sein Leben zu las­sen, die einem wich­tig sind und die einem gut­tun. Ein mini­ma­lis­ti­sches Leben ist ein Leben, das acht­sam ist und auf­merk­sam.

Aber ist Mini­ma­lis­mus eigent­lich ein­fach und macht das über­haupt Sinn? Und Spaß?

Seit eini­ger Zeit beschäf­tige ich mich mit den ver­schie­de­nen Aspek­ten eines mini­ma­lis­ti­schen Lebens, sowohl im Bereich des Kon­sums, als auch was das eigene Umge­hen mit sich selbst und, so eso­te­risch das klin­gen mag, mit sei­ner eige­nen Seele betrifft. Mein Ziel ist, mein Leben bes­ser und leich­ter zu machen, effek­ti­ver zu arbei­ten und zu han­deln. Darum geht es mir jedoch nicht um eine Selbst­op­ti­mie­rung im neo­li­be­ra­len Sinne nach dem Höher-Weiter-Schneller-Prinzip. Ich möchte mich mei­nem per­sön­li­chen Ideal annä­hern und alle meine Poten­ziale aus­schöp­fen. So wie es jetzt aus­sieht, bringt mir ein mini­ma­lis­ti­sches Leben genau das.

Teen­age Kon­sum­ver­hal­ten

Mein Teenager-Ich war da ganz ande­rer Mei­nung. Wie die meis­ten Jugend­li­chen habe ich einen Groß­teil mei­ner freien Zeit in Ein­kaufs­zen­tren und auf –stra­ßen ver­bracht. Selbst mit mei­nem nicht allzu hohen Taschen­geld konnte ich mir mehr­mals im Monat kom­plett neue Out­fits und somit kom­plett neue Iden­ti­tä­ten zusam­men­stel­len (zumin­dest rein äußer­lich) und ich konnte nicht genug haben. Jeder­zeit konnte ich mit den Cele­bri­ties aus Hol­ly­wood mit­hal­ten, zumin­dest rein theo­re­tisch und in abge­speck­ter Vari­ante. Mög­lich mach­ten das vor allem die gro­ßen Beklei­dungs­ket­ten mit ihren nied­ri­gen Prei­sen. Ich hatte ein rela­tiv undif­fe­ren­zier­tes und unre­flek­tier­tes Ver­hal­ten zu mei­nem Kon­sum. Das ein­zige, wor­über ich mich ärgerte war mein Man­gel an Geld und die (Un-)Möglichkeit, noch mehr zu kau­fen. Ich wusste, dass es Kin­der­ar­beit und Sweat­shops gibt, die meine Klei­dungs­sucht ermög­lich­ten und das fand ich, wie viele in mei­nem Umfeld ein­fach schreck­lich. Zu weit weg waren diese aber­tau­sende Schick­sale, um sich darum wirk­lich nach­hal­tig Gedan­ken zu machen. Zumal einem das eigene Selbst und die Pro­bleme, die eine Puber­tät so mit sich brin­gen, um ein Viel­fa­ches näher sind und eine aus­schlie­ßende Auf­merk­sam­keit erfor­dern. Ach, die Jugend!

*

Von mehr zu weni­ger

Mit den Jah­ren begann ich aller­dings, mich lang­sam einem Weni­ger statt Mehr anzu­nä­hern. Die Beweg­gründe waren damals aller­dings rein ego­is­ti­scher Natur: Das luf­tige (und spott­bil­lige) Som­mer­kleid aus Poly­es­ter ließ mich im Som­mer schwit­zen und der Strick­pull­over aus Acryl im Win­ter frie­ren. Man sah den Bil­lig­hemd­chen die Qua­li­tät an und die Run­den in der Wasch­ma­schine mach­ten sie auch nur mäßig mit. Ich hielt es immer weni­ger aus, in den nach Che­mie stin­ken­den rie­si­gen Geschäf­ten in Kla­mot­ten­hau­fen zu wüh­len, die mit geschick­tem Cor­po­rate Design und einer für die Beklei­dungs­kette eigens pro­du­zier­ten Play­list die Sinne vom Gestank abzu­len­ken ver­such­ten.

*

Weni­ger ist mehr

Heute bin ich ein Mensch, der sich in Beklei­dungs­ge­schäf­ten nur noch sel­ten bli­cken lässt (und das, obwohl ich neben einem rie­si­gen Ein­kaufs­zen­trum wohne). Zum einen hängt das damit zusam­men, dass ich fast aus­schließ­lich meine Beklei­dung im Inter­net kaufe. Zum ande­ren ver­bringe ich meine Frei­zeit lie­ber mit ande­ren Din­gen, als dem Durch­fors­ten von Rega­len mit Bil­lig­klei­dung. Ich habe meine Gar­de­robe stark dezi­miert und kann mit Stolz sagen, dass ich mich immer mehr mei­nem per­fek­ten per­sön­li­chen Inven­tar an Klei­dung nähere. Klei­dung, die ich schätze und liebe, die mir etwas wert ist und, ja, die ich tat­säch­lich auch regel­mä­ßig trage.

Mein Kauf­ver­hal­ten im Bereich der Beklei­dung hat sich auf alle ande­ren Berei­che mei­nes Lebens aus­ge­wei­tet. Ich kaufe meine Lebens­mit­tel mit viel Bedacht, sodass ich nichts weg­wer­fen muss. Jeder Gegen­stand, der in mein Leben tre­ten soll, muss sich einer kri­ti­schen Prü­fung unter­zie­hen (Der Fra­gen­ka­ta­log wird in einem der fol­gen­den Teile noch genauer beschrie­ben). Mei­nen Freun­des­kreis wähle ich nach Qua­li­tät aus, nicht mehr nach Quan­ti­tät. Und auch meine wert­volle Zeit widme ich nur noch den Din­gen, die mir wirk­lich viel bedeu­ten. Mein Leben ist durch den ver­meint­li­chen Ver­zicht um eini­ges rei­cher und stress­freier gewor­den und ich kann alles um mich herum mehr schät­zen. Natür­lich bin ich noch nicht da, wo ich gerne in Zukunft sein würde. Aber ich bin auf dem rich­ti­gen Weg. Viel­leicht kann der/die eine oder andere von mei­nen Tipps und Rat­schlä­gen pro­fi­tie­ren. Wer Inter­esse hat, kann sich gerne die fol­gen­den Teile der Mini­se­rie durch­le­sen.

*

Im nächs­ten Teil erfahrt ihr, wie ihr ein­fach und nach­hal­tig eure Woh­nung ent­rüm­peln und Ord­nung schaf­fen könnt!


Über mich
Hallo, ich heiße Vanessa, bin die Zwil­lings­schwes­ter von Anka und lebe in Wien.
In der Serie Mini­mize Me schreibe ich über Mini­ma­lis­mus & dar­über, wie man sein Leben
ver­ein­fa­chen und neu­ge­stal­ten kann.
Alle Teile der Serie fin­det ihr hier.

Schreibe den ersten Kommentar

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *